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Die 13 deutschen Weinanbaugebiete im Portrait

07.09.2017

Die Wurzeln des Weinbaus in Deutschland reichen bis in die Römerzeit zurück. Deutschland verfügt über exzellente mineralische Böden. Das Mikroklima in den vielen Flusstälern und Steillagen bieten den Reben optimale Reifungsbedingungen. Die weltweite Bedeutung deutschen Weines drückt sich in wachsenden Exportzahlen und einem Jahresumsatz von über drei Milliarden Euro aus. Wie vielseitig deutscher Wein ist, zeigt diese Übersicht der 13 Weinanbaugebiete, die das Weingesetz seit 1994 festgelegt hat.

Ahr

Ahr ist das viertkleinste deutsche Weinanbaugebiet. Im Flusstal der Ahr, die zwischen Koblenz und Bonn in den Rhein mündet, herrscht an den südlich ausgerichteten Steillagen ein günstiges Mikroklima insbesondere für rote Sorten wie Spät- und Frühburgunder, Portugieser und Dornfelder. Die schützende Eifel sorgt für Wärme, und die nährstoffreichen vulkanischen Böden speichern diese Wärme ideal. Rotweine von der Ahr sind für ihre samtige Fruchtigkeit bekannt. 


Baden

Baden ist das vielseitigste Weinanbaugebiet Deutschlands. Es ist in neun Bereiche unterteilt und umfasst so unterschiedliche Landschaften wie die Oberrheinische Tiefebene, Tauberfranken, Kraichgau und den Bodensee. Dementsprechend unterschiedlich sind die Böden und das vorherrschende Mikroklima. Die drittgrößte deutsche Weinregion zählt als einzige zur wärmeren Weinbauzone B. Baden ist bekannt für seine gehaltvollen Spätburgunder. Auch Weißer und Grauer Burgunder sowie Chardonnay gedeihen hier gut. Der saftige Müller-Thurgau zählt zu den meistgekelterten Weißweinen in Baden. 


- Anbaufläche 15.818 ha
- weiß 58,2 %
- rot 41,8 %
- Spätburgunder, Müller-Thurgau
- 1.321.927 hl

Franken

Das Weinanbaugebiet ist bekannt für seine eigenwilligen trockenen Weißweine. Es dominiert die Rebsorte Müller-Thurgau - sie bringt fruchtige, muskatbetonte Tropfen hervor. Fränkische Traditionssorte ist der Silvaner, eine Rebe, die besonders auf den Muschelkalkböden rund um Würzburg gut gedeiht. Ein guter fränkischer Silvaner ist vollmundig, körperreich und haltbar. Viele traditionelle Weine aus Franken werden noch auf althergebrachte, bauchig geformte Flaschen gezogen, die Bocksbeutel. 

- Anbaufläche 6.124 ha
- weiß 81,1 %
- rot 19.9 %
- Müller-Thurgau, Silvaner
- 442.409 hl

Hessische Bergstraße

Die Hessische Bergstraße ist das drittkleinste Weinanbaugebiet Deutschlands. Die im Schutz des Odenwalds gelegene Region bringt in ihrem warmen und temperaturkonstanten Klima exzellente Rieslingweine hervor, die sich durch delikate Frucht und Vielschichtigkeit auszeichnen. Auch Müller-Thurgau sowie die weißen Burgundersorten werden auf den leichten, lösshaltigen Böden angebaut. 

- Anbaufläche 452 ha
- weiß 79,2 %
- rot 20,8 %
- Riesling, Müller-Thurgau
- 30.060 hl

Mittelrhein


Von der Nahemündung bis Koblenz, von Lorch bis zum Siebengebirge erstreckt zu beiden Seiten des größten deutschen Flusses das Weinanbaugebiet Mittelrhein. Steil terrassierte Rebhänge, der wärmereflektierende Fluss und der wärmespeichernde Schiefer schaffen Idealbedingungen für die Reben. Es dominiert der Riesling mit seiner herzhaften Fruchtsäure und dem kernigen, feinrassigen Charakter. Daneben werden süffige Müller-Thurgaus und Kerner mit zarter Muskatnote erzeugt. Der Spätburgunder wird in der Region "Drachenblut" genannt.

- Anbaufläche 468 ha
- weiß 85,5 %
- rot 14,5 %
- Riesling
- 29.002 hl

Mosel

Die Mosel mit ihren Nebenflüssen Saar und Ruwer ist Deutschlands ältestes Weinanbaugebiet. Es ist der Riesling, der als meistangebaute Rebe das Renommee der Weinregion ausmacht. Die Mosel wird von Steilhängen mit bis zu 70 % Steigung geprägt. Verschiedene wärmespeichernde Schiefersorten dominieren die Böden. Diese Voraussetzungen und die gemäßigten Temperaturen des Moseltals schaffen die Voraussetzungen für einmalige Rieslingweine. Äußerst filigran, von feinster Säure, mit einem glasklaren Fruchtspiel und in den Spät- und Auslesen von einer lang nachhallenden Geschmacksdifferenz: An den Rieslingen von der Mosel misst sich die ganze Welt. Neben Riesling werden Müller-Thurgau, Elbling und die roten Sorten Spätburgunder und Portugieser angebaut. 

- Anbaufläche 8.792 ha
- weiß 90,4 %
- rot 9,6 %
- Riesling, Müller-Thurgau
- 1.414.659 hl

Nahe

Das Nahetal verläuft südlich von Darmstadt im westlichen Odenwald. Das kleine Weinanbaugebiet besitzt viele unterschiedliche Böden: Lehm, Mergel, Rotsandstein, Schiefer, Quarzit und Löss sorgen im Wein für viele Geschmacksvarianten. Allgemein werden die Naheweine als ausgewogen-fruchtig mit einer mineralischen Note beschrieben. Spitzenweine entstehen an Steilhängen aus der Rebsorte Riesling. Daneben werden ausdrucksvolle Müller-Thurgaus und vollmundige Silvaner gekeltert. 

- Anbaufläche 4.202 ha
- weiß 75,0 %
- rot 25 %
- Riesling, Müller-Thurgau
- 243.453 ha

Pfalz

Die Pfalz ist Deutschlands zweitgrößtes Weinanbaugebiet. Es wird in die Bereiche Mittelhaardt, Deutsche und Südliche Weinstraße eingeteilt. In dem warmen Klima entstehen körper- und volumenreiche Weine. Hauptrebe ist der Riesling. Besonders in der Mittelhaardt, aber auch in den aufstrebenden Gütern der Südlichen Weinstraße werden fruchtig-markante, vielschichtige Rieslingweine erzeugt. Zunehmend angebaut werden die typischen Burgunderrebsorten Grauer und Weißer Burgunder sowie Chardonnay. Auch die Rotweine (Portugieser, Dornfelder, Spätburgunder) haben Konjunktur.  

- Anbaufläche 23.592 ha
- weiß 62,9 %
- rot 37,1 %
- Riesling, Müller-Thurgau, Dornfelder
- 1.688.933 hl

Rheingau

Für den Rheingau gilt: klein, aber fein. Die Rieslingweine aus dem eng umgrenzten Anbaugebiet am Rhein stehen in ihrer Mustergültigkeit und Weltberühmtheit den besten Mosellagen in nichts nach. Die Rheingauer Weinmönche haben als erste den Riesling sortenrein ausgebaut und den Wert der Edelfäule entdeckt. Elegant und harmonisch, würzig, vollmundig und von feinstem Säurespiel begleitet, sind die Rheingauer Rieslinge wahre Vorzeigeweine. Bekannt ist der Rheingau auch für seine delikaten Spätburgunder, vor allem aus den Assmannshausener Steillagen. 

- Anbaufläche 3.167 ha
- weiß 85,1 %
- rot 14,9 %
- Riesling, Spätburgunder
- 221.388 hl

Rheinhessen

Rheinhessen ist Deutschlands größtes Weinanbaugebiet. Trotz des Namens liegt es nicht in Hessen, sondern in Rheinland-Pfalz. Steillagen gibt es in Rheinhessen wenige, aber ein Vielzahl an Böden und Mikroklimata. Müller-Thurgau ist die Hauptrebe Rheinhessens. Er wird hier in einer großen Geschmacksbandbreite von sanft-blumig bis pikant-würzig vinifiziert. Der Rote Hang zwischen Nierstein und Nackenheim ist bekannt für die gehaltvollsten Rieslinge Deutschlands. Aus dem rheinhessischen Hügelland südlich von Bingen und der Rheinfront stammen mehr oder weniger anspruchslose Konsumweine, die unter Großlagennamen wie "Liebfrauenmilch" vermarktet werden. 

- Anbaufläche 26.563 ha
- weiß 69,2 %
- rot 30,8 %
- Müller-Thurgau, Silvaner, Dornfelder
- 2.663.446 hl

Saale-Unstrut

Saale-Unstrut ist das zweitkleinste Weinanbaugebiet Deutschland und sein nördlichstes. Im Regenschatten des Harzes herrscht trockenes Klima. Auf variantenreichen Böden werden früh- und mittelreife Sorten, vor allem Müller-Thurgau und Silvaner angebaut. Die Weine sind durchweg trocken und besitzen einen bäuerlich-rustikalen Charme. 
- Anbaufläche 768 ha
- weiß 74,6 %
- rot 25,4 %
- Müller-Thurgau, Weißburgunder
- 40.684 hl

Sachsen

Das kleinste deutsche Weinanbaugebiet erstreckt sich auf 45 Kilometern Länge rund um Dresden. An der Elbhängen werden hier Müller-Thurgau, Traminer und Weißer Burgunder angebaut. Das Klima ist trocken-kontinental, mit heißen Sommern und einer Neigung zu Spätfrösten. Nirgendwo sonst in deutschen Weinanbaugebieten gibt es in den Jahrgängen so große Qualitätsschwankungen. Sächsischer Wein ist trocken, charaktervoll und besitzt eine fruchtige Note. 
- Anbaufläche 502 ha
- weiß 81,1 %
- rot 18,9 %
- Müller-Thurgau, Riesling
- 21.018 hl

Württemberg

In Württemberg, dem fünftgrößten deutschen Weinanbaugebiet, stehen die roten Sorten im Vordergrund. Die meisten württembergischen Weinberge liegen an den Hängen des Neckars und seiner Nebenflüsse. Auf den Südlagen wachsen süffige Trollinger und die rote Sorte Lemberger, die kräftige, tiefdunkle Weine hervorbringt. Unter den Weißweinen dominiert der Riesling. Aus ihm werden in Württemberg duftig-aromatische Tropfen gekeltert, die keinen Vergleich mit ihren berühmteren Verwandten von Rheingau und Mosel scheuen müssen. Eine württembergische Besonderheit ist der Schillerwein, ein Verschnitt aus roten und weißen Sorten.

- Anbaufläche 11.343 ha
- weiß 30,1 %
- rot 69,9 %
- Trollinger, Riesling, Schwarzriesling
- 1.034.092 hl